Ob als Hobby, zur Selbstversorgung oder gar um nebenbei ein kleines Zusatzeinkommen zu erwirtschaften: Gründe um den heimischen Garten oder Balkon als Anbaufläche zu nutzen, gibt es zahlreiche. So gehen auch Immer mehr Eltern von kleinen Kindern dazu über alles was man kann selber zu Hause anzupflanzen, damit die Kleinen nicht denken Paprika und Co. „wachsen” im Supermarkt. Und Sie tun richtig daran denn es gilt als erwiesen, dass Kinder viel mehr Lust auf „Gesundes” bekommen, wenn sie selbst die Entstehung beobachten und vielleicht selber für die Aufzucht sorgen können. In jedem Fall hat es auch immer einen positiven Nebeneffekt Gemüse und Kräuter zu Hause selbst anzupflanzen, denn auch unsere Natur profitiert ungemein von jedem noch so kleinen „Acker”. Und mal ehrlich: mehr Bio und regional geht nicht als selbst Gemüse, Obst und Kräuter zu züchten. Und wesentlich günstiger als im Supermarkt oder Bioladen ist es oben drein.

Nachdem wir uns im ersten Teil unserer Mini-Serie damit beschäftigt haben, welche Möglichkeiten uns der Balkon bietet, geht es diesmal um den Garten. Wer einen solchen sein Eigen nennen darf verfügt natürlich über wesentlich mehr Anbaufläche und somit auch Möglichkeiten der Kultivierung. Ideen und wichtige Tipps stellen wir Ihnen heute vor.

Immer mehr Menschen haben Spaß daran, ihr eigenes Gemüse anzubauen. Wer Gemüse selbst aussät oder Jungpflanzen im Handel kauft, sollte sich für möglichst robuste Gemüsesorten entscheiden. Bei der Wahl der Sorten sollte man zudem darauf achten, dass sie zu den heimischen klimatischen Bedingungen passen. Besonders empfehlenswert sind deshalb alte Gemüsesorten. Sie haben sich über Generationen an die Bedingungen einer Region angepasst.

Wer kein besonderes Vorwissen hat und nicht übermäßig viel Aufwand beim Gemüseanbau betreiben will, kann sich beispielsweise für folgende Sorten, ergänzend zu den in Teil 1 vorgestellten, entscheiden:

  • Zucchini
  • Kartoffeln
  • Buschbohnen
  • Kürbis
  • Zwiebeln
  • Spinat
  • Rhabarber

Wichtig bei der Beetplanung, weil gerne übersehen: Das Beet sollte so breit sein, dass man die Mitte bequem von einer Seite aus erreichen kann. Das Standardmaß beträgt 1,2 Meter. In größeren Gemüsegärten ist in jedem Fall ein etwa 80 bis 100 Zentimeter breiter Hauptweg empfehlenswert, auf dem bequem eine Schubkarre Platz findet. Für die restlichen Wege genügt eine Breite von etwa 30 bis 50 Zentimetern.

Während die Packungshinweise auf dem gekauften Saatgut schon alles grundlegend wichtige zum Anbau mitteilt, gibt es von uns noch einen Zusatz Tipp, dieser lautet: Mischkultur. Wer bestimmte Gemüse- und Kräutersorten clever miteinander kombiniert, profitiert nicht nur hinsichtlich Wachstum und Gesundheit, manche Kombinationen halten sogar Schädlinge fern, ganz ohne Chemie. Je nach dem was Sie anbauen möchten lohnt es sich in jedem Fall zu recherchieren, welches Gemüse/ welche Kräuter besonders gute Nachbarn sind.

Grundsätzlich gilt: Die Pflanzen sollten unterschiedlichen Pflanzenfamilien angehören. Dem Gartenboden werden sonst einseitig Nährstoffe entzogen. Pflanzen einer Familie sind zudem für dieselben oder ähnliche Krankheiten anfällig. Erreger können sich so für längere Zeit in der Erde ansiedeln, die Pflanzen schwächen und die Ernte beeinträchtigen. Möhren sollten beispielsweise nicht neben Petersilie angebaut werden, sie stammen beide aus der Familie der Doldenblütler.

Wie bereits erwähnt lohnt es sich, bei der Planung Ihres Beetes ebenfalls darüber kundig zu machen welche „Beetnachbarn“ besonders sinnvoll sind. Wir empfehlen hierbei besonderes Augenmerk auf eine sinnvolle Kombination mit Kräutern zu legen. Nicht nur weil Kräuter Heilpflanzen und sehr vielseitig in der Küche sind. Im hier vorgestellten Kontext ist besonders entscheidend, dass Kräuter Schädlinge von Ihrem mühsam gezüchteten Gemüse fernalten. Ein paar Beispiele: So vertreiben Salbei, Rosmarin, Thymian und Minze mithilfe ätherischer Öle den gefürchteten Kohlweißling. Bohnenkraut schreckt die Bohnenblattlaus ab. Schnittlauch reduziert zwischen Erdbeeren gepflanzt die Gefahr, dass Grauschimmel die Früchte befällt. Blumen im Gemüsebeet halten ebenfalls manche Schädlinge fern und ziehen außerdem nützliche Insekten an, die die Pflanzen bestäuben.

Wir hoffen unsere Tipps aus unserer Mini Serie haben Ihnen einen Anreiz gegeben in Zukunft das was Sie mögen und aufgrund Ihrer Gegebenheiten selber anpflanzen können auch in Zukunft selbst zu kultivieren. Es lohnt sich. Apropos lohnen: Wussten Sie, dass Sie auch einen Olivenbaum in Ihrem Garten anpflanzen können? Zugegeben, die Aufzucht benötigt ihre Zeit, aber auch in diesem Fall gilt: Die Mühe lohnt sich allemal.